Fehlersuche nach der Motorregeneration.

Letzten Monat hatte ich Besuch von einem S 51 Besitzer aus dem bergischen Land. Er hatte den Motor seiner Simson in eine Fachwerkstatt in Ostdeutschland regenerieren lassen und bekam ihn nach dem Einbau trotz neuen Vergasers und einer Vape Zünd Anlage nicht zum laufen. Nach einem kurzen, erfolglosen Test den Motor zu starten, beschloss sich aufgrund der Tatsache dass die Gummiteile des Motorhalters gewechselt werden musste, den Motor auszubauen. Als erstes habe ich die Kompression des Motors gemessen sie war sehr gut. Ich habe den Vergaser auseinander genommen aber auch hier konnte ich nichts auffälliges feststellen zumal es auch ein neuer Vergaser war. Als ich die Lichtmaschinenseite kontrollierte, glaubte ich den Fehler gefunden zu haben. Die Grundplatte der Vape war locker. Zwar waren die Schrauben alle fest angezogen aber die Halteklammern hielten die Grundplatte nicht fest in ihre Position. Kein gravierender Fehler dachte ich und bog die Halteklammern nach. Voreilig dachte ich den Fehler gefunden zu haben und baute den Motor so nach dem Wechsel der komplexen Motorhalterung wieder ein. Ein Fehler wie sich bald herausstellte der Motor lief immer noch nicht. Zwar funkte es jetzt am korrekten zum Zeitpunkt, aber der Motor wollte immer noch nicht laufen. Ich vermutete, dass der Motor Falschluft zieht. Da ich alle meine Arbeitsschritte mit der Kamera dokumentiere, schaute ich mir zunächst den Wellen Dichtring auf der Lichtmaschine Seite auf dem Foto noch einmal an. Hier war alles in Ordnung. Aber wieso wollte der Motor nicht starten? Meine Vermutung war, dass der Motor zu wenig zündfähiges Gemisch ansaugte. Um dies zu prüfen schraubte ich den Vergaser wieder ab, hielt ein brennendes Feuerzeug vor die Ansaugöffnung, und betätigte den Kickstarter. Die offene Flamme wurde nur ganz wenig vom Motor angesaugt. Jetzt gab es nur zwei Möglichkeiten. Entweder ist das Kurbelgehäuse selber undicht oder es wurde Falschluft über den Wellendichtring des Primärantrieb ist angesaugt. Um dies zu prüfen entfernte ich den Kupplungsdeckel. Auf den ersten Blick machte der Wellen Dichtring einen intakten Eindruck. Es gab keinerlei Beschädigungen oder sonstiges das auf eine Fehlfunktion hinweisen könnte. Da auch das axiale Spiel des Kupplungskorbes es recht groß war, beschloss ich als erstes dieses mit einer Anlaufscheibe zu korrigieren. Ich schraubte den Kupplungskorb ab. Nun hatte ich freie Sicht auf den Wellendichtring und siehe da, der Wellen Dichtring war zwar nicht defekt aber er hatte die falsche Größe. Fälschlicherweise wurde ein Wellendichtring mit einem Innendurchmesser von 22 mm eingebaut. Die Zapfen der Kurbelwelle haben aber einen Durchmesser von 20 mm. Dies hat zur Folge dass rundherum ein Luft Spalt von 1 mm vorhanden ist durch den Falschluft angesaugt wird. Der Austausch des Wellendichtringes stellt bei diesem Motor kein Problem dar. Nach dem ausgleichen des Axialspieles des Kupplungskorbes wurde der Motor wieder zusammengebaut. Von nun an verrichtete der Motor seinen Dienst ohne jegliche Beanstandungen. Sein Besitzer hat schon einige schöne Touren mit seinem Gefährt machen können.

 

Fazit: Auch renommierten Fachwerkstätten können Fehler unterlaufen. Als der Besitzer des Motors diese Fotos der Fachwerkstatt vorlegte, gestand diese direkt ihren Fehler ein und entschuldigte sich mit einer Tasche mit Bordwerkzeug bei dem Kunden. Ein fairer Zug, wie ich finde.

Bis dahin, liebe Grüße euer Motorradopa