Die Frage Nummer 1 zur Motor Revision

In den letzten Wochen erreichen mich immer mehr Fragen zum Thema Motorrevision: Die Nummer 1 der Fragen will ich ihnen hier beantworten:

F: Was kostet mich das ?
A: Das kommt immer drauf an was gemacht werden muss oder soll. Auf jeden Fall setzt sich der Preis immer aus Arbeitslohn und Materialkosten zusammen. Mal ein Beispiel :
Ein Simson M53 Motor mit Gebläsekühlung soll revidiert werden. Er kommt, wie es bei einer Revision normal üblich ist, ohne Vergaser, ohne Zündung und ohne Luftleitbleche in die Werkstatt. Das Öl ist abgelassen und der Motor von außen gereinigt. Der Arbeitslohn liegt bei angenommen 80,- €uro.
Deutlich teurer wird es, wenn der Motor von außen verschmutzt ist, sich evtl. noch Öl im Motor befindet, wo außerdem noch Luftleitbleche montiert sind, die erst einmal vorher abgeschraubt, gereinigt und wieder montiert werden müssen. Außerdem müsste ja auch noch die Zündung wieder ausgebaut, eingebaut und eingestellt werden. In ganz krassen Fällen werden sogar Motoren mit montiertem Vergaser abgegeben. Diese ganze Mehrarbeit muss ja auch irgendwie vergütet werden, denn kein vernünftiger Mechaniker montiert eine Zündung ohne sie einzustellen und keinen Vergaser ohne ihn vorher zu zerlege und dann im Ultraschallbad gründlich zu reinigen. In solch einem Fall sind die Mehrkosten immer vorher zu erfragen.
Stellt sich bei der Regeneration heraus, das etwas defekt ist oder ausgetauscht werden muss, wird man ihnen das erst nach öffnen des Motors sagen können. Der Mechaniker wird sich mit ihnen in Verbindung setzen und das weitere Vorgehen mit ihnen abstimmen. Die Materialkosten werden sich in diesem Fall erhöhen, aber die Arbeitskosten nicht! Es ist ja schließlich egal, ob man zum Beispiel eine neue Kickstarterwelle in den Motor einbaut oder wieder die alte Welle einsetzt. Die Arbeit ist die gleiche!
Nehmen wir an, es muss nichts weiter ausgetauscht werden. Dann fallen an Materialkosten für Lager, Dichtringe, Dichtungen, Sicherungsbleche, Gehäusedichtmasse, Reiniger und Kältemittel usw, ca 60,- €uro an. Dabei sollte aber schon vorher abgesprochen werden, welche Lager und welche Dichtringe verbaut werden sollen. Ich rate hier jedem nicht zu sparen und deutsche Markenlager sowie braune Vitondichtringe zu verwenden. Außerdem empfehle ich jedem, die Schrauben des Motors durch neue zu ersetzen!

Ich kann nur jedem raten. Sprechen sie vorher alles genau ab. Weiter Informationen finden sie auch in einem von mir erstellten Merkblatt, dass hier oder im Downladbereich herunterladen können.

Lieben Gruß der Motorradopa

Sommerresisidenz

Hallo liebe Oldtimerfreunde.

Nun ist es endlich soweit. Am Wochenende gehts los auf den Campingplatz.
Dort werde ich den Sommer über viel Zeit mit meiner Frau, dem Hund und der Familie verbringen. Das Hobby Oldtimer rückt in den Hintergrund und Erholung ist angesagt. Ich wünsche allen Motorradfahrern eine schöne, sonnige und unfallfreie Motorradsaison und verabschiede mich bis zum Herbst.




Euer Motorradopa

 

Ardie B251 verlässt die Werkstatt

Nachdem die letzten Teile für die Ardie verbau worden sind, gehts für den Oldtimer nach Hause. Der neue Schwimmer ist verbaut, es wurden neue Bowdenzüge angefertigt. Neue Lenkerarmaturen nach dem Geschmack des Besitzers wurden angebaut. Ein neuer Abblendschalter angeschlossen und neue Gummiteile verbaut.
Resultat :  Die Ardie läuft
Leider gab es auch einen kleinen Wermutstropfen. Nach dem finalen Zusammenbau stellte sich heraus, das der Benzinhahn leckte und es auch an den Hohlschrauben, die die rechte und die linke Benzintankhälften über einen kleinen 6mm Schlauch miteinander verbindet, undicht war. Leider konnte ich das ohne den neuen Schwimmer im Vergaser vorher nicht feststellen. Der Besitzer der Ardie nahm es gelassen, er versicherte, das er den Schaden selbst beheben kann.

Jetzt kann ich mit meiner Frau unseren Hochzeitstag und meinen 60.ten Geburtstag feiern.

Euer Motorradopa

Ardie B251

Eine Ardie B251 hat den Weg auf meine Hebebühne gefunden. Obwohl sie einen ziemlich rostigen, ersten Eindruck gemacht hat, ist die Substanz doch ganz ordentlich.
Der Motor dreht frei, hat ordentlich Kompression und das Getriebe schaltet die Gänge sauber durch. Allerdings gibt es auch hier einige Baustellen. Die Elektrik ist marode, überall Flickstellen, Lüsterklemmen und korrodierte Stecker. Ein paar Basteleien, wie z.B. ein nachträglich installiertes Bremslicht in der Hexennase !!! Kein Scherz, einer der Vorbesitzer hat einen BAY15d Sockel in das kleine Hexennasenschlusslicht eingebaut und über einen Zugschalter das Bremslicht geschaltet. Da hier die angebotenen Nachbaukabelbäume nicht passen, hab ich selber einen Kabelbaum gebaut und die komplette Elektrik neu verkabelt.


Der Tank ist gereinigt, gespült und konserviert worden.
Der Vergaser wurde im 10 Liter Ultraschallbad gründlich gereingt.
Die stark verrosteten Felgen, die Schutzbleche sowie Roststellen wurden mit Owathol behandel, es wurden neue Reifen aufgezogen, defekte Speichen wurden ausgetauscht und die Felgen wurden neu gewuchtet. Die Lenkerarmaturen wurden ausgetauscht die Batteriehalterung  instandgesetzt.
Jetzt  warte ich auf die letzten Ersatzteile, damit ich die Ardie wieder  zusammenbauen kann.
Zwei besondere, unverwechselbare Merkmale hat diese Ardie. Die Ölablassschraube für die linke Motorenseite besteht aus den Resten einer alten Zündkerze Gewinde M14 x 1,5, die rechte Motorenhälfte lässt sie ganz ohne Werkzeug mit einem Ablasshähnchen (ähnlich eines Bierhahnes) entleeren.

Grüße euer Motorradopa

Instandsetzung BK350 (Teil 3 – Finale)

Endlich ist die regenerierte Kurbelwelle eingetroffen. Ich habe den Motor wieder zusammengebaut (siehe Fotostrecke),

das Getriebe angeflanscht und den Motor eingebaut. Der erste Probelauf …………………… klick .
Nun läuft sie wie ein Uhrwerk 🙂

Grüße der Motorradopa

Kleiner Helfer – große Wirkung (neues Zinnbad)

Beim abendlichen Stöbern bei EBay nach Ersatzteilen, hab ich es gefunden.
Ein neues Werkzeug, das mich bei bei der Arbeit in der Garagenwerkstatt in Zukunft unterstützen soll.
Ein neues, altes Zinnbad aus der ehemaligen DDR, soll mir in Zukunft, bei der Herstellung von Kabelbäumen, dass verzinnen der Kabelenden erleichtern.
Bisher war es immer eine etwas fummelige Arbeit. Man(n) musste das abisolierte Kabelende irgenwie fixieren , mit einer dritten Hand, im Schraubstock, einer Klemme oder ähnlichen, dann in der linken Hand die Rolle Lötzinn, in der rechten der Lötkolben und dann ging es, ein Kabel nach dem anderen los. Das „neue“ Zinnbad ermöglicht das schnelle, einhändige verzinnen. Es ist sogar möglich mehrere Litzen gleichzeitig zu verzinnen. Das Zinnbad stammt von der Firma Böhme aus Leipzig und hat eine Leistung von 100 Watt. Ich hab das Zinnbad für ca 20,- Euro ersteigert.

Grüße euer Motorradopa

Reinigung von Motoren und Motorenteilen

Zwischen den Feiertagen erreichte mich die Mail eines Users. Darin fragte er mich, wie man am besten die Motoren vor der Regeneration reinigt. Da ich finde, dass eine gründliche Reinigung der Motoren vor und während der Regeneration sehr wichtig ist, habe ich mich entschlossen dafür ein Beitrag zu schreiben.

Zunächst werden an den Motor der Ansaugstutzen und der Auslasskanal verschlossen, sodass kein Dreck mehr eindringen kann. Dies kann zum Beispiel durch einen klein Plastikbeutel geschehen, die man mit einem Gummi oder einem Stück Tape am Motorblock befestigt. Nachdem mit Spachtel, einer Bürste oder einem Handfeger der grobe Dreck beseitigt wurde, wasche ich ihn in einem Teilewäscher, der mit einem biologisch abbaubaren Kaltreiniger gefüllt ist. Zweckmäßigerweise benutzt man hierfür einen optional erhältlichen Reinigungspinsel. Teile Wäscher bekommt man schon bei eBay für um die sechzig Euro.
Nachdem der Motor von außen gereinigt ist, wird der Lichtmaschine Deckel abgeschraubt und gereinigt. Da hier, bei den meisten Motoren das Antriebsritzel verläuft, ist die Innenseite des Deckels meist mit Fett, Dreck und Schlamm verunreinigt. Auch hier gilt, erst mit Spachtel, Bürste oder  Handfeger den groben Dreck beseitigen, dann erst in den Teilewäscher. So erreicht man dass das Reinigungsbad länger verwendet werden kann. Bitte beachtet hierbei unbedingt,das bei der Entsorgung des Reinigungsbades, die Entsorgungshinweise des Herstellers beachtet werden müssen. Sie sind auf den Kanistern des Kaltreiniger abgedruckt. Nachdem der Motor äußerlich gereinigt wurde, kann man mit der Zerlegung des Motors beginnen.

Liebe Grüße euer Motorradopa

Wellendichtringe braun oder blau ?!?!?

Wellendichtringe oder auch im Volksmund „Simmerringe“ genannt. Welche nehme ich zur Motorregeneration?  Die etwas teureren Braunen oder doch lieber die etwas günstigeren Blauen?
Diese Frage taucht immer wieder auf. Hier, bei mir in der Garage, beim Schrauber oder Oldtimertreffen , ist dies immer wieder ein beliebtes Thema bei Benzingesprächen. Nun eins vorweg, ich bin kein Sachverständiger. Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen. Aber nun erst mal ein paar Fakts:

Blaue Wellendichtringe :
NBR (Acrylnitril-Butadienkautschuk)
– Temperaturbereich: – 30°C bis 100°C
– Beständigkeit: Kraftstoffe, Öle, Hydrauliköle, Schmierfette.
– Physikalische Eigenschaften: hohe Abrieb- und Standfestigkeit

Braune Wellendichtringe :
FPM FKM VITON® (Fluorkautschuk)
– Temperaturbereich: – 20°C bis 200°C
– Beständigkeit: Mineralöle, aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe, Chlorkohlenwasserstoffe, Säuren und schwachen Laugen.
– Physikalische Eigenschaften: hohe mechanische Werte, sehr geringe Gasdurchlässigkeit, hervorragende Alterungsbeständigkeit,sehr guten Druckverformungsrest.
– Nahezu Universalwerkstoff.

Nun wenn ich einen Motor regeneriere benutze ich fast immer* die braunen Wellendichtringe. Nicht wegen dem Temperaturbereich, denn da, wo die Wellendichtringe am Motor verbaut sind, werden kaum mehr als 80 Grad erreicht. Nein ich verwende die „Braunen“ weil ich glaube, das sie besser mit dem Biospritanteil zurecht kommen. Dies ist aber nur  mein persönliches Empfinden. Belegbar ist das nicht! Ich habe aber bei den „Braunen“ auch noch keine Ausfälle gehabt, so das ich erst gar keine Experimente mache.

*es sei denn der Besitzer des Motors möchte gerne das ich die „Blauen“ einbaue, Die Firma MZA liefert sie schließlich als original Ersatzteil.

Schreibt mir doch gerne einmal euere Erfahrungen.

Grüße der Motorradopa

Instandsetzung BK350 (Teil 2)

Als die BK350 neu verkabelt war, sämtliche Bowdenzüge verlegt worden sind und alle anderen Arbeiten erledigt waren, wollte ich noch schnell die Zündung einstellen und die Vergaser synchronisieren. Beim drehen der Kurbelwelle dann der Schock, plötzlich blockierte die Kurbelwelle. Ohne jegliche Vorankündigung! Nix ging mehr. Also erst mal die Zylinder abgeschraubt, weil ich dachte, da klebt ein Kolben fest. Aber nix ging mehr. Die Zylinder waren frei und der Motor blockierte. Also Motor raus, das Getriebe abgeflanscht aber immer noch rührte sich der Motor nicht.

Jetzt hieß es, alles auseinander bauen, Kupplung runter, Kurbelgehäuse öffnen und siehe da, das hintere Kurbelwellenlager blockierte. Also Kurbelwelle mit der Presse ausgerückt  und dann das Lager aus dem hinteren Kurbelwellengehäuse raus. Und siehe da, es kam mir ein einseitig geschlossenes Lager entgegen, obwohl ein C3 Lager verbaut werden muss.

(Schmierung durch Zweitaktöl über die Ölbohrung im Kurbelgehäuse) Also das richtige Lager rein, jetzt drehte sich zwar die Kurbelwelle, aber sie hatte einen unübersehbaren Hubscheibenversatz.
Ärgerlich, denn der Besitzer der BK350 gab an das der Motor regeneriert sei. Ich schätze aber eher mal, der Motor ist nur wieder mit der defekten Kurbelwelle zusammen geschraubt worden, weil kein Ersatzteil da war und nichts verloren gehen sollte. Dafür spricht auch die Tatsache, dass keinerlei Dichtung, bzw. Dichtmasse zwischen den Kurbelwellen Gehäusehälften war.

Nun die Kurbelwelle ist eingeschickt. Anfang nächsten Jahres soll das regenerierte Ersatzteil eintreffen. Bis dahin ist erst mal warten angesagt.

Grüße euer Motorradopa

Instandsetzung BK350

Hallo lieber Motorrad Oldtimer Freund

Nachdem die BMW R 35 (Vorkriegsmodell) wieder fahrbereit ist, habe ich in meiner kleinen Garagenwerkstatt schon die nächste Aufgabe auf dem Motorrad Hebebühne.

Durchschnittliche Bewertung  1 2 3 4 5fDu musst dich anmelden um abzustimmen
20181101_125010.jpg
20181101_125033-e1542363486432.jpg
20181101_124959.jpg
20181101_125005-e1542363468859.jpg
20181101_124953.jpg
20181101_125010.jpg
20181101_125033-e1542363486432.jpg
20181101_124959.jpg
20181101_125005-e1542363468859.jpg
20181101_124953.jpg
20181101_125010.jpg
20181101_125033-e1542363486432.jpg
20181101_124959.jpg
20181101_125005-e1542363468859.jpg
20181101_124953.jpg
20181101_125010.jpg
20181101_125033-e1542363486432.jpg

Diesmal ist es  eine IFA BK 350 (Baujahr 1960). Die Maschine hat weder einen Kabelbaum, es sind keine Bowdenzüge vorhanden, die Auspuffanlage fehlt, die Luftschieberklappe zwischen den Vergaser fehlt, Abblendschalter Schalter ist nicht mehr vorhanden usw.  Beim Abblendschalter tut sich ein kleines Problem auf, die BK 350 hat keine originalen Lenkerarmaturen (Bremshebel, Kupplungshebel) mehr, daher passt der original Abblendschalter nicht. Der passende Abblendschalter muss daher noch mühsam gesucht werden. So wie es aussieht, würde ein Schalter von einer alten Simson SR1 bzw. einer alten Simson AWO425 passen.

Außerdem ist ein Ersatzrahmen vorhanden, sodass das Lenkschloss bei Nichtgebrauch nicht im Rahmen verbleiben kann. Es muss eine neue Auspuffanlage geordert werden, der stolze Besitzer der BK 350 möchte eine Auspuffanlage in Zigarrenform installiert haben. Es gibt also sehr viel zu tun. Packen wir’s an.

 

Liebe Grüße der Motorradopa